Freitag, 9. Oktober 2015

Männer und Frauen | Vom falsch Verstehen und Fehler machen - Im Gespräch mit Michel Vincent

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Männer und Frauen | Vom falsch Verstehen und Fehler machen - Im Gespräch mit Michel Vincent

Oh man Kerle, kennt Ihr das? Du läufst durch die Stadt, überlegst noch krampfhaft was du vergessen hast auf Deinen Einkaufszettel zu schreiben und wie aus heiterem Himmel taucht sie auf: groß, schlank, umwerfend hübsch. Ihr lauft aneinander vorbei, ein kurzer Blick und Du denkst: „Wahnsinn – die anzusprechen, kann ich mir gleich sparen“. Du kramst in Deinen Erfahrungswerten und hast wirklich keinen Bock auf so eine dumme Abfuhr, die dich weiter an den Frauen zweifeln lässt.
Und oh man Mädels, nervt Euch das? Du stehst mit deinen Freundinnen an der Bar und einige Meter weiter steht dieser interessante Typ. Warum muss das immer eine Ewigkeit dauern, bis der Kerl sich traut einfach mal rüber zu kommen und Dich anzusprechen? Also zwinkerst Du ihm zu. Völlig unbeholfen kommt er angetrottelt und meldet sich zu Wort mit „Hi, kann ich Dich vielleicht auf einen Drink einladen“, während Dich seine gespielte Coolness neben drei weiteren Fehlern schon wieder um 10 Grad abgekühlt hat. Ist das alles wirklich so schwer?

Ja. Schwer ist es, sonst könnten wir mit solchen Situationen ja besser umgehen. Aber wo ist das Problem? Es ist die Kommunikation. Es ist sind Missverständnisse. Es sind falsche und unterschiedliche Vorstellungen. Männer und Frauen sind tatsächlich unterschiedlich, und wenn man dem Autor und Flirt-Coach Michel Vincent vertraut, dann versteht man auch schnell warum. Michel Vincent ist nicht nur der erfolgreichste deutsche Coach für die prickelndsten Freuden im Leben, Michele ist vor allem so eine Art „Adolph Freiherr Knigge“ für das zwischenmenschliche der Geschlechter. Wenn man den Begriff Flirt-Coach hört, dann wird man doch erst einmal erschlagen – von Vorurteilen, die laut schreien: Macho-Blödsinn! Aber Michele ist ein höflicher gebildeter und gesellschaftsfähiger Bestseller-Autor, der mit seinem Buch „Der Verführungscode“ Wahrheiten auf den Tisch bringt, die uns viel zu lange verborgen blieben. Das kann jeder behaupten? Bitte – es wird ja niemand gezwungen, von hier ab weiter zu lesen …

Michel, wer und was bist du? Wie kam es dazu, dass du zum Geschlechter-Versteher wurdest?

Ich bin Autor & Trainer für „attraktive Kommunikation“. Ich helfe Männern ihre Fähigkeiten im Bezug auf Frauen zu verbessern. Am Anfang hatte ich selbst, wie die meisten Männer, einige Hemmungen, bzw. war darauf fixiert, alles richtig zu machen. Aus diesem Grund lass ich zunächst alle verfügbare Literatur, jedoch musste ich dabei schnell feststellen, dass all diese Ratgeber einen gemeinsamen Nenner haben: Es werden stets Theorien und Methoden gelehrt, die ein möglichst selbstbewusstes „Ich“ vorgaukeln sollen. Wahres Selbstbewusstsein lässt sich jedoch nicht vortäuschen oder nachahmen. Solange ich versuchte mit „Methoden“ ans Ziel zu kommen, passierte nichts - ich war nicht authentisch und wurde schnell entlarvt. Erfolge hatte ich dabei kaum. So entschied ich mich mir alles Selbst beizubringen und machte mich auf, die Hürde zwischen Männern und Frauen ein für alle Mal zu überwinden. Ich habe 3 Jahre lang bei jeder sich bietenden Gelegenheit Frauen angesprochen, sie versucht kennenzulernen und schließlich zu erobern. Auf diese Weise habe ich mich extrem weiter entwickelt und die Zusammenhänge schließlich entschlüsselt.

Die ungeahnte Attraktivität der Männer

Männer sind von der Schönheit einer Frau schnell geblendet – sie scannen sich, vergleichen ihr Äußeres mit der Angebetenen und schon sind ihre Chancen in den eigenen Augen dahin. Michel, was machen Männer in diesem Fall falsch und mit welchen Augen betrachten Frauen die Männer? Was macht einen Mann attraktiv?

Frauen wollen einen Mann, der ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie nicht von vorne rein auf ein Podest stellt. Kurz gesagt, er sollte sich nicht nur von ihrer Schönheit beeindrucken lassen, sondern ihr unter anderem das Gefühl geben, dass er sich für die Persönlichkeit hinter ihrer schönen Fassade interessiert. Erst wenn sich gegenseitige Sympathie auf charakterlicher Ebene entwickelt, funkt es bei den Damen. An dieser Stelle scheitern die meistern Männer. Außerdem sollte ein Mann den Mut besitzen, Frauen zu hinterfragen, ihnen zu widersprechen und vor allem nicht alles bei ihnen durchgehen lassen, nur weil sie vermeintlich attraktiv sind. Frauen wollen selbstbewusste Männer mit Ecken und Kanten, keine Ja-Sager die ihnen das Leben erleichtern. Meine Regel lautet daher: was für Männer das gute Aussehen einer Frau ist, ist für Frauen der starke Charakter eines Mannes.





Die Chancen der Frauen

Was Frauen bei Männern attraktiv macht, ist leichter zu erahnen – eine Frau weiß mehr über Ihre Chancen beim anderen Geschlecht. Wenn er aber nicht in der Lage ist, sie zu erobern, was hat sie zu lernen und zu überwinden?

Auch Frauen sollten lernen die Initiative zu ergreifen und den ersten Schritt zu machen. Heutzutage wollen Frauen als selbstbewusst und emanzipiert wahrgenommen werden – dann sollten sie das auch leben, und verstehen, dass sie nicht als billig, sondern als selbstbewusst wahrgenommen werden, wenn sie den ersten Schritt machen. Dabei müssen sie nicht gleich das Heft aus der Hand geben - aber ein kleiner erster Schritt kann durchaus Positives bewirken. Beispielsweise kann eine junge Dame einen Mann in einer Bar wie folgt provozieren: „Hey, Du siehst ziemlich gut aus. Wenn Du etwas mehr lächelst, klappt's sicher schnell mit den Frauen.“ Bevor der Kerl jedoch was sagen kann, sollte ihn die Dame mit einem provozierenden Lächeln wieder verlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ihr folgen wird, ist hoch.

Ansprechen leicht gemacht – sei ein Mann!

Der wahre Mut eines Mannes erweist sich nicht durch gespieltes Auftreten. Seien wir mal ehrlich: Eine Frau anzusprechen ist für die meisten Kerle eine unangenehme Herausforderung. Warum haben Männer Angst vor der aufregendsten Spontansituation zwischen den Geschlechtern und was zieht dabei am besten, Michel?

Das Selbstbewusstsein eines Mannes hängt zum größten Teil von der Fähigkeit ab, Frauen zu erobern. Wenn ein Mann also versucht mit einer attraktiven Dame in Kontakt zu kommen, setzt er in dem Moment eine Menge aufs Spiel. Eine Abfuhr würde als empfindliche Niederlage, von der man sich nur schwer erholt, empfunden werden. Viele Männer denken daher, man muss etwas Besonderes an sich haben oder sich etwas Besonderes aneignen (z.b. Status, Aussehen), um Frauen beeindrucken zu können. Die Wahrheit jedoch ist, Du bringst bereits alles mit! Es ist nicht nötig sich zu verstellen, interessanter zu machen oder andere Dinge zu unternehmen um besser dazustehen. Alles, was Du brauchst, trägst Du bereits in Dir. Die Kunst ist es, dies zu verinnerlichen und danach zu leben. Meine drei wichtigsten Regeln für erfolgreiches Ansprechen lauten daher:

1) Wenn Du eine attraktive Dame entdeckst, zögere niemals sie sofort ansprechen! Warte nicht auf einen besseren Zeitpunkt und flüchte nicht in „Ausreden“. Der beste Augenblick ist: immer - auch in scheinbar unpassenden Momenten.

2) Sei mutig und geh volles Risiko ein! Du siehst sie in der Fußgängerzone, aber sie telefoniert oder hört Musik mit Kopfhörern? Unterbrich sie mit einem Lächeln, sag ihr, warum sie Dir aufgefallen ist (am besten mit einem ernstgemeinten Kompliment) und lass sie wissen, dass Du sie gerne kennenlernen möchtest.

 3) Nicht versuchen zu beeindrucken! Männer wollen sich stets von ihrer besten Seite präsentieren, die Macher sein, alles unter Kontrolle haben, die reichsten, schönsten und tollsten sein. Aber genau das ist der Grund, warum Frauen Männer immer wieder als aufgesetzt empfinden. Wer hingegen zugeben kann, dass er beispielsweise nicht ganz perfekt ist, erntet Sympathie und Zuspruch.


Der Verführungscode
Michel Vincent im Verlag Piper

Man fragt sich ob die Ähnlichkeit des Knigge-Covers mit dem des Verführungscode's gewollt oder Zufall ist. Wer Michel Vincent persönlich treffen konnte, der wird sagen: Passt! Der etwas irritierende Untertitel „So kannst Du jede kriegen“ lässt sich zwar mit Eindrücken aus dem Erfahrungsschatz des Autors in Einklang bringen, er verreist allerdings ein erstaunliches Buch, das ohne Machogetue und anwidernden Chauvinismus, mit aller Seriosität die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern aufdeckt und gefährlich genau erklärt, wie beide Seiten ticken und sich ohne Schwierigkeiten näher kommen können. Das Buch ist zwar vorwiegend an Männer gerichtet, aber eben daher auch bestens für Frauen geeignet, die im Übrigen ein eigenes an sie gerichtetes Kapitel vorfinden, das sie unbedingt gelesen haben sollten. Doch es geht auch um mehr, als nur um den Tanz der Geschlechter. Michel Vincent schafft Selbstvertrauen und Sicherheit für alle die, die Schwierigkeiten haben ein Leben zu führen, von dem sie bisher nur geträumt haben – auch außerhalb der hier zentralen Dating-Thematik. Dieses Buch kann für den Leser tatsächlich der Begin eines nicht endenden Real-Life-Adventures werden … (FASHIONERS Magazin)

Zum Buch: "Der Verführungscode"

Text: Tim von Lindenau
Fotografien: michelvincent.de
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Montag, 14. September 2015

Blaumachen | Farb-Statement zum Sommerabschied

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Blaumachen | Farb-Statement zum Sommerabschied

Wer in den vergangenen Tagen das Wetter beobachtet hat, hat den Sommer wahrscheinlich schon abgehakt. Doch, was hilft gegen das graue Wetter und den nahenden Herbst? Blaumachen! Nein, Sie müssen jetzt keine Ausreden erfinden, um nicht zur Arbeit zu erscheinen! Viel besser ist es, modisch blauzumachen. Doch blau ist nicht gleich blau. Es gibt helles himmelblau, das fast in Weiß übergeht, die blaugrüne Farbe des Meeres und natürlich auch noch den vielleicht reinsten aller Blautöne, das Königsblau, auch Ultramarin genannt. Diese kalte, aber auch unglaublich klare Farbe symbolisiert Schlichtheit und Harmonie. Dies macht sie natürlich auch zu einer ganz speziellen Inspiration in der Mode. Doch im Vergleich zu anderen Modefarben hat Ultramarin erst eine vergleichsweise kurze Geschichte. Der erste prominente Blau-Liebhaber war der französische Nachkriegskünstler Yves Klein. Dieser war vor allem für seine modernen und minimalistischen Gemälde berühmt , die häufig nur aus blauer Farbe bestanden. Aber seien wir mal ehrlich. Wer von uns assoziiert die Farbe blau noch immer mit Einfachheit? Der Beiname „Königsblau“ spricht eine andere Sprache: Blau steht für Eleganz, für Bildung und vor allem für Exklusivität.




Nicht umsonst gab Herzogin Kate die bevorstehende Hochzeit mit Prinz William in einem royalblauen Kleid bekannt und vertraut zu wichtigen Anlässen stets auf die Wirkung dieser Farbe. Auch bekannte Disney-Prinzessinnen wie Cinderella und Schneewittchen haben dem Blau zu ihrem Ruhm verholfen. Neben Reichtum und Schönheit symbolisiert diese Farbe aber auch Stärke und Selbstbewusstsein. Keine Uniform eines bekannten Superhelden kommt ohne Blau aus. Auch in der Mode sind enge blaue Anzüge und Kostüme ein Dauerbrenner. Auch die Journalistin Meike Winnemuth hat sich in die Farbe verliebt und ein unglaubliches Experiment gestartet. 365 Tage lang hat sie nur ein ultramarinblaues Kleid (welches sie in mehrfacher Ausführung gekauft hat) getragen. Ist ihr dabei langweilig geworden? Natürlich nicht! „Ich habe mich bemüht, jeden Tag anders auszusehen. Was erstaunlich einfach war, denn das Kleid war wie eine Leinwand, die man immer wieder neu bemalen konnte“, beschreibt die Journalistin in einem Interview für das SZ-Magazin. Wann fangen Sie an, blauzumachen?

Text: Stella Kirchner
Fotografie: Michael J. Rüttger
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Mittwoch, 12. August 2015

Flechtfrisuren - Schnelle Frisur mit großem Effekt

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Flechtfrisuren - Schnelle Frisur mit großem Effekt

Manchmal muss es auf Shootings ganz schnell gehen, man arbeitet quasi konstant gegen die Zeit. Faktoren wie Licht, Arbeitsplatz und die Beschaffenheit der Haare sind nicht immer perfekt und dennoch muss man das Beste herausholen. Bei diesem Shooting mit Fotografin Magdalena Peralta Widow und der bezaubernden Lara Mueller von SMC Model Management, kamen viele dieser Faktoren zusammen. Geschminkt und geflochten wurde in einer verlassenen Kirche im Zentrum von Berlin - eine meiner neuen Lieblings-Locations! Das Shooting war auf 3 Stunden angesetzt, wobei ordentlich umgeschminkt wurde und mir letztendlich nur noch eine Handvoll Minuten für die Frisur blieben. Jetzt noch mehrere verspielte Fischgräten Zöpfe zu flechten - ein Ding der Unmöglichkeit. Kreativ werden stand auf dem Programm!
Lara hat sehr kräftige Haare und in dem alten Gemäuer gab es keinen Strom um sie vorab zu bändigen. Ich unterteile ihre Haare also in unterschiedlich große Partien und nahm




 mir die Erste vor: Mit einem transparenten Haargummi schnürte ich sie 10cm unter dem Haaransatz zusammen und teilte den oberen Part in der Mitte, um die Haare abwärts des Haargummis von vorne durch die vorab gebildete Schlaufe zu legen. Dies wiederholte ich drei Mal und befestigte das Haar nun von hinten mit einer u-förmigen Haarnadel. Daraufhin nahm ich mir die Haare unterhalb des Haargummis vor und schätzte wieder 10cm ab, um sie erneut festzubinden und den Prozess zu wiederholen. So arbeitete ich mich durch das ganze Haar und ergänzte es anschließend mit einem dickeren Bauernzopf, den ich mit den Fingern lockerte, um ihm größeres Volumen zu geben. Aus dieser Prozedur wurde eine schnelle und kreative Frisur gezaubert, welche sich wirklich sehen lassen konnte.

Text & Styling: Kleo Kreitz, www.kleokreitz.de
Fotografien: Magdalena Peralta Widow, www.magdalenaperalta.com
Model: Lara Mueller, www.smcmodelmanagement.com
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Mittwoch, 5. August 2015

Paradiesvögel! Julian F.M. Stoeckel im FASHIONERS-Interview

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Paradiesvögel! Julian F.M. Stoeckel im FASHIONERS-Interview

Julian – Du zählst sicher zu den haltlos Kreativen am Sternchen-Himmel. Du liebst Partys, Promis und alles Schräge. Du bist ein Netzwerker und ein Schöngeist. Wie kam es zu Deiner ungewöhnlichen Laufbahn?

Erstmal muss ich sagen, dass mir noch nie jemand eine so schön formulierte Frage gestellt hat! Ich wollte schon als Kind ein Star werden - mit 8 Jahren habe ich immer Sonnenbrillen getragen und bin in den Autos meiner Freunde (am liebsten mit getönten Scheiben) gefahren, habe wie die Queen aus dem Fenster gewunken und fand das großartig. Irgendwann kam dann die Realität und ich musste zur Schule. Anschließend habe ich in einer Schauspiel-, einer Casting- und einer Modelagentur gearbeitet. Ich wollte wissen, wie die Szene im Kern funktioniert. Mit 16 wurde ich dann durch einen familiären Zufall von der Hamburger Schauspielerin Witta Pohl entdeckt. Ich ging fortan auf möglichst viele High Society Events. Mein Credo: „Erst musst du berühmt werden, dann hast du Erfolg!“ Also ging ich auf jede Party, wo der Rote Teppich nicht bei drei aufgerollt wurde. 2010 realisierte ich mit gerade mal 22 Jahren meine erste Fashion Show (Fashion Night Cocktail by Julian F.M. Stoeckel). Eine wie ich finde beachtliche Leistung, weil sich in diesem Alter manch anderer wund-studiert. Nach weiteren Fashion Shows präsentierte ich 2012 meine erste eigene Kollektion (JFMS by Julian F.M. Stoeckel) und im Mai 2013 wurde ich gefragt, ob ich ins Dschungelcamp gehen möchte. Natürlich wollte ich nicht, lies mich dann aber überreden und danach ging die Karriere erst so richtig los. Gerade habe ich „Promi Shopping Queen“ gedreht, werde beim Lifeball 2015 in der Style-Jury sitzen und auch die neue Miss Austria kühren. Es macht Spaß - ich bin super happy!

Wie würdest Du Dich selbst modisch einordnen? Was ist der Stoeckel-Style?

Das Berliner Magazine TIP hat mal über mich geschrieben: „Der Stil von Julian F.M. Stoeckel ist eine Mischung aus Rummelprinzessin und Call-Boy Chic!“ - ich fand das königlich und sehr gut getroffen. Ich glaube, dass ich einen verrückten Mode-Geschmack habe, der etwas Einzigartiges hat. Ich kenne zumindest keinen Anderen in meinem Alter (natürlich spreche ich nicht über mein Alter!) der einen ähnlich geprägten Stil hat. Ich kombiniere gerne ganz teuer mit H&M. Ich liebe Mischung, ich liebe Farbmix, Mustermix und Markenmix. Ich kann nichts damit anfangen, wenn Leute von Kopf bis Fuß mit Louis Vuitton herumlaufen. Ich will es verrückt und eigen haben. Ich finde jeder sollte einen eigenen Stil kreieren und nicht immer allen Trends hinterherlaufen. Wen ich in letzter Zeit modisch beobachte, ist Kim Kardischian und ich muss gestehen: Sie wird immer cooler!

Du erwähntest, dass die „modischen Paradiesvögel“ fast ausgestorben sind. Die wirklich schrägen Typen, die auf kreativen Partys nicht fehlen dürfen. Was sind das für Leute und warum werden sie weniger?






Die Menschen haben gemerkt, dass man als Paradiesvogel immer aus der Reihe tanzt und damit immer Gesprächsthema ist. Viele Leute können aber genau das nicht ertragen. Es kostet sehr viel Kraft und sehr viel Mut, anders zu sein. Alle reden, tratschen und lästern über dich. Aber wenn man es genau betrachtet, dann ist genau das „das Kapital“. Persönlichkeiten wie Arndt von Bohlen und Halbach (Krupp-Clan), Rudolf Moshammer, Ludwig XII, Harald Glööckler, Mozart oder Olivia Jones sind Menschen, die man nicht vergessen wird, weil sie anders waren, weil ihre Zeit sie vielleicht auch nicht immer verstanden hat. Aber ich fühle mich witziger weise in der richtigen Zeit. Ich wäre auch gerne Schauspielikone im Jetset der 60er Jahre gewesen, aber das kann man sich ja nicht aussuchen. Dafür kann ich heute so sein, wie ich will und das ist ein sehr großes Glück und dafür bin ich wahnsinnig dankbar!

Was bedeutet für Dich Kreativität? Was ist Mode in Deinen Augen?

Mode ist wie eine Sprache. Sie diktiert dem Auge und den Gedanken. Wenn ein Mensch durch die Türe tritt und noch kein Wort gesprochen hat spricht die äußere Wahrnehmung. Es sprechen die Augen, die Lippen, die Haare und dann die Mode. Was sagt das aus - über einen Menschen? Was stellt er da? Sagt eine Rolex, dass man Millionär ist? Oder sagt ein bunter Paradiesvogel, dass er nicht normal ist? Ich glaube nicht. Menschen sind innerlich oft ganz anders als man sie von außen sieht. Deswegen kann man über die Mode auch Illusionen schaffen und ein Image kreieren. So wie ich es gemacht habe.

Was denkst Du über aktuelle Trends? Sind wir heute kreativ? 

Ich finde, dass es leider immer weniger kreative Menschen gibt. Ich habe das Gefühl, dass viele Leute sich nur von ihren Pflichten und Aufgaben leiten lassen. Aber das Leben ist nicht so lang, dass man genug Zeit hätte, sein Leben mit „Blödsinn“ zu verbringen. Ich bin für mehr Kreativität im Alltag. Ich bin für guten Wein, gutes Essen, gute Freunde und großartige Momente. Neben Gesundheit sind Menschen, die einen wirklich schätzen und die man selbst wirklich schätzt, für mich das Wichtigste!

Hast Du ein Ziel im Leben, das Du auf jeden Fall erreichen willst?

Ich habe ein Ziel. Ich würde gerne irgendwann mal ein großes Haus haben. Mit meiner Mama zusammen, vielleicht einem Partner und meinen liebsten Freunden. Einem Pferd, einem alten Hund, einen Hasen und einen Papagei. Das wäre sehr lustig. Ein Mehr-Generationenhaus mit vielen kreativen und tollen Momenten!

Sicher hast Du auch ein Motto, eine Lebensweisheit – verrate sie uns! 

„Regel und Vorschriften sind Dinge, die mir nicht zusagen“ (Romy Schneider)

Tim von Lindenau im Gespräch mit Julian F.M. Stoeckel
Fotografien: Alexander Klotz
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Dienstag, 14. Juli 2015

Kreativer Umweltschutz

http://fashioners.de/pdf/fashioners_de_S54_09_07_15.pdf


Kreativer Umweltschutz

adidas stellte einen innovativen Turnschuh mit nachhaltigem Strandfeeling als Konzeptschuh vor, der noch in diesem Jahr im Handel erhältlich sein soll. Das Obermaterial des sportlichen Leichtgewichts ist zu 100 Prozent aus Garnen und Fasern gearbeitet, die aus recycelten Abfällen und illegalen Fischernetzen aus den Ozeanen bestehen. Parley for the Oceans ist grundlegend an diesem Turnschuh beteiligt - eine Organisation aus Kreativen, Denkern und Führungskräften, die sich dafür einsetzen, das Bewusstsein über den Zustand unserer Ozeane zu schärfen, und Projekte zum Schutz und Erhalt der Weltmeere auf den Weg zu bringen.


adidas, Mitbegründer von Parley for the Oceans, unterstützt die Organisation bei ihrer Aufklärungs- und Kommunikationsarbeit sowie bei ihrem umfassenden „Ocean Plastic Programm“, um die Verschmutzung der Meere mit Plastik einzudämmen. Parleys Partnerorganisation „Sea Shepherd“ hat die im Schuh verarbeiteten illegalen Netze während einer 110-tägigen Expedition eingeholt. Ein Schuh aus wiederverwerteten Kunststoffen, geborgen aus den belasteten Ozeanen – das ist eine wegweisende Idee. Recycling ist nicht nur Umweltschutz: Recycling kann auch ausgesprochen kreativ sein!

www.parley.tv

Text: Tim von Lindenau
Fotografien: adidas
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Montag, 6. Juli 2015

European Fashion Academy | Wo im Paris des Südens die Trends von morgen entstehen

http://fashioners.de/pdf/fashioners_de_S52_14_06_15.pdf


European Fashion Academy | Wo im Paris des Südens die Trends von morgen entstehen

Seit jeher ist Buenos Aires als das „Paris des Südens“ bekannt. Doch nicht nur die alten Belle Epoque Häuser erinnern an das französische Vorbild, auch in der Fashion-Industrie haben beide Städte etwas gemeinsam. Dieses Potenzial hat auch Melissa Schleich erkannt. Die bekannte deutsche Modedesignerin hat ihre Wahlheimat Paris im Jahr 2011 verlassen, um auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans die „European Fashion Academy“ zu gründen - eine Talentschmiede für Modedesigner aus aller Welt. „Buenos Aires ist mit Sicherheit die wichtigste Modemetropole in Südamerika“, so die Institutsleiterin, „aber bisher gibt es hier, wie auch auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent, noch relativ wenige Mode-Akademien.“ Diese Umstände haben die renommierte Designerin bereits im Jahr 2001 auf die Idee gebracht, die „European Fashion Academy“ ins Leben zu rufen. „In meiner Berufslaufbahn als Professorin habe ich schon über 1000 Schüler ausgebildet und konnte viele von ihnen an die großen Modehäusern wie Roberto Cavalli, Yves Saint Laurent, Prada, Armani, Moschino, Miss Sixty und Cloe vermitteln“, erklärt die passionierte Designerin begeistert.





Für die European Fashion Academy ist das Jahr 2015 ein bedeutsames Jahr. Denn Ende des Jahres wird der erste Jahrgang seine Ausbildung abschließen. Für die Zukunft ihrer Schüler hat die Leiterin bereits große Pläne: „Selbstverständlich helfen wir unseren Schülern dabei, den Sprung in die Arbeitswelt erfolgreich zu absolvieren“, so Schleich. „Viele von ihnen haben nicht nur Praktika absolviert, sondern konnten sogar schon eigene Kollektionen und Konzeptionen an große Kunden verkaufen. Die „European Fashion Academy“ ist eine Mischung aus Schule und Atelier. In verschiedenen Kursen lernen die Studenten in professioneller Umgebung alle Grundlagen kennen - von der Ideenfindung über die Zeichnung bis hin zur fertigen Ausführung.“ Die Arbeit der Studenten beschränkt sich dabei übrigens nicht allein auf Südamerika: Viele Schüler pendeln zwischen Buenos Aires und Paris. Dort stellen sie sich bei internationalen Modemarken vor, präsentieren ihre Entwürfe oder arbeiten mit Fotografen zusammen. „Kein Absolvent verlässt diese Schule ohne Kontakte“, so die Akademie-Gründerin. „Für mich ist es entscheidend, dass die Schüler vom ersten Tag an international und professionell arbeiten.“

www.europeanfashionacademy.com

Von Stella Kirchner
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