Montag, 14. September 2015

Blaumachen | Farb-Statement zum Sommerabschied

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Blaumachen | Farb-Statement zum Sommerabschied

Wer in den vergangenen Tagen das Wetter beobachtet hat, hat den Sommer wahrscheinlich schon abgehakt. Doch, was hilft gegen das graue Wetter und den nahenden Herbst? Blaumachen! Nein, Sie müssen jetzt keine Ausreden erfinden, um nicht zur Arbeit zu erscheinen! Viel besser ist es, modisch blauzumachen. Doch blau ist nicht gleich blau. Es gibt helles himmelblau, das fast in Weiß übergeht, die blaugrüne Farbe des Meeres und natürlich auch noch den vielleicht reinsten aller Blautöne, das Königsblau, auch Ultramarin genannt. Diese kalte, aber auch unglaublich klare Farbe symbolisiert Schlichtheit und Harmonie. Dies macht sie natürlich auch zu einer ganz speziellen Inspiration in der Mode. Doch im Vergleich zu anderen Modefarben hat Ultramarin erst eine vergleichsweise kurze Geschichte. Der erste prominente Blau-Liebhaber war der französische Nachkriegskünstler Yves Klein. Dieser war vor allem für seine modernen und minimalistischen Gemälde berühmt , die häufig nur aus blauer Farbe bestanden. Aber seien wir mal ehrlich. Wer von uns assoziiert die Farbe blau noch immer mit Einfachheit? Der Beiname „Königsblau“ spricht eine andere Sprache: Blau steht für Eleganz, für Bildung und vor allem für Exklusivität.




Nicht umsonst gab Herzogin Kate die bevorstehende Hochzeit mit Prinz William in einem royalblauen Kleid bekannt und vertraut zu wichtigen Anlässen stets auf die Wirkung dieser Farbe. Auch bekannte Disney-Prinzessinnen wie Cinderella und Schneewittchen haben dem Blau zu ihrem Ruhm verholfen. Neben Reichtum und Schönheit symbolisiert diese Farbe aber auch Stärke und Selbstbewusstsein. Keine Uniform eines bekannten Superhelden kommt ohne Blau aus. Auch in der Mode sind enge blaue Anzüge und Kostüme ein Dauerbrenner. Auch die Journalistin Meike Winnemuth hat sich in die Farbe verliebt und ein unglaubliches Experiment gestartet. 365 Tage lang hat sie nur ein ultramarinblaues Kleid (welches sie in mehrfacher Ausführung gekauft hat) getragen. Ist ihr dabei langweilig geworden? Natürlich nicht! „Ich habe mich bemüht, jeden Tag anders auszusehen. Was erstaunlich einfach war, denn das Kleid war wie eine Leinwand, die man immer wieder neu bemalen konnte“, beschreibt die Journalistin in einem Interview für das SZ-Magazin. Wann fangen Sie an, blauzumachen?

Text: Stella Kirchner
Fotografie: Michael J. Rüttger
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