Freitag, 9. Oktober 2015

Männer und Frauen | Vom falsch Verstehen und Fehler machen - Im Gespräch mit Michel Vincent

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Männer und Frauen | Vom falsch Verstehen und Fehler machen - Im Gespräch mit Michel Vincent

Oh man Kerle, kennt Ihr das? Du läufst durch die Stadt, überlegst noch krampfhaft was du vergessen hast auf Deinen Einkaufszettel zu schreiben und wie aus heiterem Himmel taucht sie auf: groß, schlank, umwerfend hübsch. Ihr lauft aneinander vorbei, ein kurzer Blick und Du denkst: „Wahnsinn – die anzusprechen, kann ich mir gleich sparen“. Du kramst in Deinen Erfahrungswerten und hast wirklich keinen Bock auf so eine dumme Abfuhr, die dich weiter an den Frauen zweifeln lässt.
Und oh man Mädels, nervt Euch das? Du stehst mit deinen Freundinnen an der Bar und einige Meter weiter steht dieser interessante Typ. Warum muss das immer eine Ewigkeit dauern, bis der Kerl sich traut einfach mal rüber zu kommen und Dich anzusprechen? Also zwinkerst Du ihm zu. Völlig unbeholfen kommt er angetrottelt und meldet sich zu Wort mit „Hi, kann ich Dich vielleicht auf einen Drink einladen“, während Dich seine gespielte Coolness neben drei weiteren Fehlern schon wieder um 10 Grad abgekühlt hat. Ist das alles wirklich so schwer?

Ja. Schwer ist es, sonst könnten wir mit solchen Situationen ja besser umgehen. Aber wo ist das Problem? Es ist die Kommunikation. Es ist sind Missverständnisse. Es sind falsche und unterschiedliche Vorstellungen. Männer und Frauen sind tatsächlich unterschiedlich, und wenn man dem Autor und Flirt-Coach Michel Vincent vertraut, dann versteht man auch schnell warum. Michel Vincent ist nicht nur der erfolgreichste deutsche Coach für die prickelndsten Freuden im Leben, Michele ist vor allem so eine Art „Adolph Freiherr Knigge“ für das zwischenmenschliche der Geschlechter. Wenn man den Begriff Flirt-Coach hört, dann wird man doch erst einmal erschlagen – von Vorurteilen, die laut schreien: Macho-Blödsinn! Aber Michele ist ein höflicher gebildeter und gesellschaftsfähiger Bestseller-Autor, der mit seinem Buch „Der Verführungscode“ Wahrheiten auf den Tisch bringt, die uns viel zu lange verborgen blieben. Das kann jeder behaupten? Bitte – es wird ja niemand gezwungen, von hier ab weiter zu lesen …

Michel, wer und was bist du? Wie kam es dazu, dass du zum Geschlechter-Versteher wurdest?

Ich bin Autor & Trainer für „attraktive Kommunikation“. Ich helfe Männern ihre Fähigkeiten im Bezug auf Frauen zu verbessern. Am Anfang hatte ich selbst, wie die meisten Männer, einige Hemmungen, bzw. war darauf fixiert, alles richtig zu machen. Aus diesem Grund lass ich zunächst alle verfügbare Literatur, jedoch musste ich dabei schnell feststellen, dass all diese Ratgeber einen gemeinsamen Nenner haben: Es werden stets Theorien und Methoden gelehrt, die ein möglichst selbstbewusstes „Ich“ vorgaukeln sollen. Wahres Selbstbewusstsein lässt sich jedoch nicht vortäuschen oder nachahmen. Solange ich versuchte mit „Methoden“ ans Ziel zu kommen, passierte nichts - ich war nicht authentisch und wurde schnell entlarvt. Erfolge hatte ich dabei kaum. So entschied ich mich mir alles Selbst beizubringen und machte mich auf, die Hürde zwischen Männern und Frauen ein für alle Mal zu überwinden. Ich habe 3 Jahre lang bei jeder sich bietenden Gelegenheit Frauen angesprochen, sie versucht kennenzulernen und schließlich zu erobern. Auf diese Weise habe ich mich extrem weiter entwickelt und die Zusammenhänge schließlich entschlüsselt.

Die ungeahnte Attraktivität der Männer

Männer sind von der Schönheit einer Frau schnell geblendet – sie scannen sich, vergleichen ihr Äußeres mit der Angebetenen und schon sind ihre Chancen in den eigenen Augen dahin. Michel, was machen Männer in diesem Fall falsch und mit welchen Augen betrachten Frauen die Männer? Was macht einen Mann attraktiv?

Frauen wollen einen Mann, der ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie nicht von vorne rein auf ein Podest stellt. Kurz gesagt, er sollte sich nicht nur von ihrer Schönheit beeindrucken lassen, sondern ihr unter anderem das Gefühl geben, dass er sich für die Persönlichkeit hinter ihrer schönen Fassade interessiert. Erst wenn sich gegenseitige Sympathie auf charakterlicher Ebene entwickelt, funkt es bei den Damen. An dieser Stelle scheitern die meistern Männer. Außerdem sollte ein Mann den Mut besitzen, Frauen zu hinterfragen, ihnen zu widersprechen und vor allem nicht alles bei ihnen durchgehen lassen, nur weil sie vermeintlich attraktiv sind. Frauen wollen selbstbewusste Männer mit Ecken und Kanten, keine Ja-Sager die ihnen das Leben erleichtern. Meine Regel lautet daher: was für Männer das gute Aussehen einer Frau ist, ist für Frauen der starke Charakter eines Mannes.





Die Chancen der Frauen

Was Frauen bei Männern attraktiv macht, ist leichter zu erahnen – eine Frau weiß mehr über Ihre Chancen beim anderen Geschlecht. Wenn er aber nicht in der Lage ist, sie zu erobern, was hat sie zu lernen und zu überwinden?

Auch Frauen sollten lernen die Initiative zu ergreifen und den ersten Schritt zu machen. Heutzutage wollen Frauen als selbstbewusst und emanzipiert wahrgenommen werden – dann sollten sie das auch leben, und verstehen, dass sie nicht als billig, sondern als selbstbewusst wahrgenommen werden, wenn sie den ersten Schritt machen. Dabei müssen sie nicht gleich das Heft aus der Hand geben - aber ein kleiner erster Schritt kann durchaus Positives bewirken. Beispielsweise kann eine junge Dame einen Mann in einer Bar wie folgt provozieren: „Hey, Du siehst ziemlich gut aus. Wenn Du etwas mehr lächelst, klappt's sicher schnell mit den Frauen.“ Bevor der Kerl jedoch was sagen kann, sollte ihn die Dame mit einem provozierenden Lächeln wieder verlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ihr folgen wird, ist hoch.

Ansprechen leicht gemacht – sei ein Mann!

Der wahre Mut eines Mannes erweist sich nicht durch gespieltes Auftreten. Seien wir mal ehrlich: Eine Frau anzusprechen ist für die meisten Kerle eine unangenehme Herausforderung. Warum haben Männer Angst vor der aufregendsten Spontansituation zwischen den Geschlechtern und was zieht dabei am besten, Michel?

Das Selbstbewusstsein eines Mannes hängt zum größten Teil von der Fähigkeit ab, Frauen zu erobern. Wenn ein Mann also versucht mit einer attraktiven Dame in Kontakt zu kommen, setzt er in dem Moment eine Menge aufs Spiel. Eine Abfuhr würde als empfindliche Niederlage, von der man sich nur schwer erholt, empfunden werden. Viele Männer denken daher, man muss etwas Besonderes an sich haben oder sich etwas Besonderes aneignen (z.b. Status, Aussehen), um Frauen beeindrucken zu können. Die Wahrheit jedoch ist, Du bringst bereits alles mit! Es ist nicht nötig sich zu verstellen, interessanter zu machen oder andere Dinge zu unternehmen um besser dazustehen. Alles, was Du brauchst, trägst Du bereits in Dir. Die Kunst ist es, dies zu verinnerlichen und danach zu leben. Meine drei wichtigsten Regeln für erfolgreiches Ansprechen lauten daher:

1) Wenn Du eine attraktive Dame entdeckst, zögere niemals sie sofort ansprechen! Warte nicht auf einen besseren Zeitpunkt und flüchte nicht in „Ausreden“. Der beste Augenblick ist: immer - auch in scheinbar unpassenden Momenten.

2) Sei mutig und geh volles Risiko ein! Du siehst sie in der Fußgängerzone, aber sie telefoniert oder hört Musik mit Kopfhörern? Unterbrich sie mit einem Lächeln, sag ihr, warum sie Dir aufgefallen ist (am besten mit einem ernstgemeinten Kompliment) und lass sie wissen, dass Du sie gerne kennenlernen möchtest.

 3) Nicht versuchen zu beeindrucken! Männer wollen sich stets von ihrer besten Seite präsentieren, die Macher sein, alles unter Kontrolle haben, die reichsten, schönsten und tollsten sein. Aber genau das ist der Grund, warum Frauen Männer immer wieder als aufgesetzt empfinden. Wer hingegen zugeben kann, dass er beispielsweise nicht ganz perfekt ist, erntet Sympathie und Zuspruch.


Der Verführungscode
Michel Vincent im Verlag Piper

Man fragt sich ob die Ähnlichkeit des Knigge-Covers mit dem des Verführungscode's gewollt oder Zufall ist. Wer Michel Vincent persönlich treffen konnte, der wird sagen: Passt! Der etwas irritierende Untertitel „So kannst Du jede kriegen“ lässt sich zwar mit Eindrücken aus dem Erfahrungsschatz des Autors in Einklang bringen, er verreist allerdings ein erstaunliches Buch, das ohne Machogetue und anwidernden Chauvinismus, mit aller Seriosität die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern aufdeckt und gefährlich genau erklärt, wie beide Seiten ticken und sich ohne Schwierigkeiten näher kommen können. Das Buch ist zwar vorwiegend an Männer gerichtet, aber eben daher auch bestens für Frauen geeignet, die im Übrigen ein eigenes an sie gerichtetes Kapitel vorfinden, das sie unbedingt gelesen haben sollten. Doch es geht auch um mehr, als nur um den Tanz der Geschlechter. Michel Vincent schafft Selbstvertrauen und Sicherheit für alle die, die Schwierigkeiten haben ein Leben zu führen, von dem sie bisher nur geträumt haben – auch außerhalb der hier zentralen Dating-Thematik. Dieses Buch kann für den Leser tatsächlich der Begin eines nicht endenden Real-Life-Adventures werden … (FASHIONERS Magazin)

Zum Buch: "Der Verführungscode"

Text: Tim von Lindenau
Fotografien: michelvincent.de
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